Quick UX Check: Jobino.de – Lokale Nebenjobsuche kinderleicht

Quick UX Check Jobino.de

Auf Jobino bin ich beim Startseite Junge IKT-Wirtschaft in Berlin aufmerksam geworden. Einfach soll es sein – lokale Nebenjobsuche ohne großen Aufwand mit maximaler Transparenz. Jobino verspricht, die Jobsuche im Internet zu vereinfachen – schauen wir uns das doch mal genauer an.

Transparente Nebenjobsuche für alle

Eins vorweg, im Vergleich zu größeren Jobportalen sowie Unternehmens-Websites macht Jobino direkt beim Aufrufen der Seite einen aufgeräumten Eindruck und hilft mir direkt weiter.

Ohne viel Aufwand seitens des Users wird der Standort abgefragt und zentral eine Karte der jeweiligen Region angezeigt. So unterteilt sich die Startseite in 3 Kernbereiche:

  • Filter
  • Karte
  • Ergebnisse
Startseite jobino.de
Startseite des Online-Jobportals Jobino.de – Die 3 wichtigen Kernfunktionen der Seite sind sofort erkennbar.

Die Haupt-Parameter sind alle “above the fold” zu finden – sehr löblich. Nutzer können sofort den relevanten Inhalt erkennen und Handlungen vollziehen.

Dass wesentliche Informationen “above the fold” nicht der gängige Web-Standard ist, zeigt folgender Einblick in aktuelles Responsive Webdesign.

UX-Insight – Warum reponsive Webdesign die Nutzerfreundlichkeit verschlechtert

Ok, ok Jobino hat mich erst auf die Idee für diesen Insight gebracht. Jobino macht alles richtig und wesentliche Parameter der Seite sind direkt ohne Aufwand einsehbar, doch das ist nicht der Alltag. Immer mehr Webdesigns werden für zu große Bildschirme entwickelt.

Problem: Der klassische deutsche User surft mit einer Auflösung von 1366×768 px oder weniger, ist von schlechten Seiten (auch durch zu großes Responsive Design) frustriert, springt schneller ab und drückt eure Conversion.

Responsive Design wird zu breit skaliert

Immer wieder sehe ich Websites in denen die Startseite sowie komplette Buchungsstrecken für zu große Bildschirme/Auflösungen designt wurden, fernab der Zielgruppe, die sie später bedienen soll.

Wesentlicher Website-Inhalt nicht above the fold
Wie im Beispiel zu sehen, verschwinden die wichtigen Information, wie die Beschreibung der Seite im nicht sichtbaren Bereich under the fold.

Designt für eure Zielgruppe

Designer und Produktmanager von Unternehmen stehen nun vor der Entscheidung, welche Auflösung gewählt werden soll. Dabei greifen sie auf verschiedene Informationen zurück. Zum Beispiel StatCounter.
Folgend eine Abbildung der aktuell genutzten Bildschirmauflösung in Deutschland. Zwei Bildschirmgrößen werden am meisten genutzt. 1366×768 px und 1920×1080 px zu jeweils circa 18 Prozent.

StatCounter Desktop-Auflösung 2015
Desktop-Auflösung 2015 nach Häufigkeit

Doch welche ist für euch die Richtige?
Eine Antwort ist hier: Design muss für die jeweilige Zielgruppe und deren genutzte Endgeräte entwickelt sein. Was nützt Designern und Produktmanagern das schönste Design, wenn die Seiten anschließend nicht verständlich, schwer zu bedienen oder Informationen schwer aufzufinden sind?

Fernsehgeräte verfälschen Statistik

Ich stelle jetzt mal die Annahme, dass Fernseher in enger Korrelation zu dieser Statistik stehen. Wie ich darauf komme? 2014 prognostizierte man, dass 17,8 Prozent die Anzahl der Haushalte mit mindestens einem an das Internet angeschlossenen TV-Gerät betragen wird.

Prognose Anteil Smart TV in Deutschland
Prognose Anteil Smart TV in Deutschland

22 Millionen Smart TV in 2015 sind es dann letztendlich geworden.

Welche Auflösung im Web soll ich nutzen?

Responsive Design fängt auf dem Desktop im Normalfall bei höchstens 1366×768 px an und sollte idealerweise abwärts verlaufen. Dabei empfehle ich, einfach eine maximale Breite von circa 1366 bis 1280 px für Responive Design festzulegen.

Wer Applikationen für Smart-TVs oder Websites für bestimmte B2B Märkte designt, ist mit höheren Standauflösungen gut beraten. Wie immer gilt es: die Zielgruppe, genutzte Endgeräte und den Nutzungskontext zu berücksichtigen (UX/Usability Grundregel).

Und nun seid ihr dran: Was denkt ihr darüber? Wie oft seht ihr bei Seiten nicht direkt, worum es geht und müsst anfangen, mühsam zu suchen? Hängt es mit dem Design zusammen?

Zurück zu Jobino 🙂

Nebenjobs ohne Suchaufwand

Jobino nenne ich also ab Start auf jeden Fall eine nutzerfreundliche Website! Ohne Suchaufwand bekomme ich direkt nach dem Seitenaufruf qualifizierte Jobs in meiner Nähe angezeigt.

Für Nebenjober sind beim Seitenaufruf die ersten Filter vorausgewählt (Umkreis, Vergütung und Arbeitszeit), dies erleichtert den Einstieg in die Seite und deckt die Bedürfnisse von Nebenjobern direkt ab. Kommt man z.B. aus dem Umkreis Berlin, sind beim Laden der Seite über 200 Suchergebnisse im direkten Umkreis keine Seltenheit. Anschließend kann der User bei Bedarf seine Suche mit weiteren Suchkriterien verfeinern.

Die Jobansicht & visuelle Hierarchien optimieren

Auf den Job-Detailseiten bekommt man anschließend die benötigten Informationen zum Nebenjob. Ich bin ja ein Freund von Öffnen im neuen Tab. Dies führt dazu, dass man bei Vergleichen mehrere Angebote besser die für sich relevanten Daten gegenüberstellen kann.

Detailansicht Stellenanzeige
Detailansicht Stellenanzeige

Einzige Anmerkung: Standardisierte Angaben zu den Jobs erhöhen die Informationstiefe und Einheitlichkeit für den Endverbraucher. Ich konnte bei meiner Untersuchung sowohl sehr ausführliche Beschreibungen finden, die Lust auf mehr gemacht haben, als auch eher dürftige.

Jobino auf mobile Devices

Das GoogleDevelopers Tool enthüllt auch hier keine nennenswerten Schwächen aus Nutzersicht.

PageSpeed-Test Jobino
PageSpeed Test der Nutzerfreundlichkeit mit GoogleDevelopers. Auch Android gibt es nur Kleinigkeiten anzumerken.

Fazit

Jobino macht schon jetzt fast alles richtig. Selten habe ich eine so einfache Jobauswahl gesehen.

Die Detailansicht kann an einigen Ecken durch Standardisierungen der visuellen Hierarchie noch verbessert werden. Weitere Kritikpunkte habe ich nur aus Developer-Sicht und mit Google Pagespeed direkt ausmachen können. Aber ich denke, die Jungs sind schon fleißig am Verbessern der Seite.

Sinnvolle Next Steps:

  • Kurzanalyse Eye-Tracking der Detailseiten
  • Standardvorlagen (Minimalanforderungen) der Jobdetails

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